Markhaltige Stängel

Am besten werden markhaltige Stängel angenommen, wenn sie vereinzelt, im Abstand von ca. 40 bis 50 cm, vertikal angeordnet, ohne direkten Bodenkontakt aufgestellt werden. Man kann die Stängel in unterschiedlicher Länge und Stärke anbieten, an Stäben befestigen oder an den Gartenzaun binden. So sind sie für die Wildbienen eine ideale naturnahe Nisthilfe. Bei der Suche nach diesen Nistmöglichkeiten orientieren sich die Wildbienen an vertikalen Strukturen, deshalb ist es sehr wichtig die Nisthilfen ähnlich anzubringen. Horizontal und in Bündeln angeordnet werden sie nur sehr spärlich besiedelt. In der freien Natur bevorzugen Wildbienenarten, die wir hiermit unterstützen wollen, frei stehende Stängel von Brombeeren, Königskerzen, Himbeeren, Disteln oder Beifuß. Als geeignete markhaltige Stängel haben sich in unserem Garten Brombeere, Holunder Schmetterlingsstrauch und Topinambur erwiesen. Wenn man die Stängel an Stäbe anbindet und etwas mit Naturmaterialien verziert, hat man sehr schöne Gartenstecker, die nicht nur sehr dekorativ sind, sondern sich auch als kleines Geschenk eignen.

In markhaltigen Stängeln nisten neben einigen Grab- und Faltenwespen folgende heimischen Wildbienenarten: Stängel-Mauerbienen, Maskenbienen, Keulenhornbienen, Düsterbienen, Dreizahn-Mauerbienen.

Die Bienen bohren einen Gang in das Mark und legen Brutkammern an. In jede Kammer wird ein Pollenvorrat eingetragen und darauf ein Ei gelegt. Mit Mörtel wird die Kammer verschlossen und die nächste befüllt. Je nach Art werden bis zu 20 Brutkammern pro Stängel angelegt.

 

Aus den Eiern schlüpfen binnen weniger Tage die Larven, die sich von dem Pollenvorrat ernähren und schließlich nach einigen Tagen verpuppen. Nach 1 bis 2 Wochen sind die jungen Bienen voll entwickelt, verbleiben aber in einer Art Starre das ganze Jahr in den Brutkammern.
Erst im nächsten Frühjahr schlüpfen die Bienen. Deshalb ist es sehr wichtig, die Nisthilfen mindestens ein Jahr nach der Besiedelung stehen lassen, sonst sind unsere Bemühungen vollkommen umsonst. Die Stängel können nur einmal benutzt werden, da das Mark ja aufgebohrt worden ist.

Als Nisthilfen eignen sich besonders die markhaltigen Zweige von Brombeere, Himmbeere, Königskerzen.
Auch Sommerflieder und Holunder werden besiedelt.