Wiese, Saum oder landwirtschaftliche Blühfläche

Wenn Sie eine Fläche in der freien Landschaft mit Blütenpflanzen aufwerten wollen, stehen sie grundsätzlich vor der Frage, will ich eine artenreiche Blumenwiese, einen Blütensaum oder eine Blühfläche anlegen.

Die Wiese:

Eine Blumenwiese ist eine Fläche auf der Blumen und Gräser in einer natürlichen Zusammensetzung vorkommen. Wiesen sind Kulturland und nur bei adäquater Nutzung/Pflege können sie sich richtig entfalten, bzw. werden sie erhalten.  Wird die Wiese nicht gemäht, verbuscht sie und die Artenvielfalt geht verloren. Wird sie gemulcht, d.h. das Schnittgut bleibt liegen, oder gedüngt, wird die Wiese fett, die Blütenpflanzen verschwinden. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Fett-, Blumen- und Magerwiese. Die Fettwiese muss 3-4 mal im Jahr gemäht werden, die Blumenwiese 2-3 mal und die Magerwiese 1mal, bei schwachem Wachstum sogar nur alle zwei Jahre. Samenmischungen für Blumenwiesen haben einen hohen Gräseranteil, meistens 50%. Wiesen sind sehr nachhaltig und können ihre Artenvielfalt bei richtiger Pflege über Jahrzehnte erhalten

Der Saum:

Säume sind lineare Flächen entlang von Wegen, Gehölzen oder Äckern. Die Breite kann variieren und die Säume sind wegen des hohen Blumenanteils sehr attraktiv. Je magerer der Boden, desto artenreicher entwickelt sich der Saum.  Ein Saum hat eine Lebensdauer von 6-8 Jahren, drängt man durch manuelles Entfernen dominante Arten zurück, dann kann der Saum aber auch über Jahrzehnte hinweg seine Artenvielfalt behalten. Eine einjährige Mahd im Frühjahr ist empfehlenswert. Samenmischungen für Säume haben einen geringen Gräseranteil, meist 10%. Die Artenvielfalt ist gegenüber klassischen Blühflächen um einiges höher, die Standzeit bei geringem Pflegeaufwand länger, weshalb die Samenmischung auch nahezu das dreifache kostet.

Landwirtschaftliche Blühfläche:

Blühflächen sind ursprünglich Flächen der Forst- und Landwirtschaft, stillgelegte Äcker und Brachen werden mit Blühmischungen eingesät. Diese Blühflächen haben in der Regel eine Standzeit von 5 Jahren und sie bestehen aus  verschiedenen, sehr hochwertigen nektar- und pollenspendenden Blütenpflanzen, die sehr vielen bestäubenden Insekten als Futterpflanzen dienen. Blühmischungen für Blühflächen haben keinen Gräseranteil. Blühflächen kann man selbstverständlich auch sehr gut innerorts im Garten problemlos anlegen, eine Pflege der Fläche ist über Jahre hinweg nicht notwendig, man kann aber im Frühjahr die abgetorbenen Stängel abmähen. Jedoch sollte man darauf achten, kein Saatgut mit Mariendisteln zu verwenden. Die Mariendistel ist zwar eine sehr wichtige und nützliche Hummeltrachtpflanze, leider säht sie sich ungehindert immens aus. Der Ärger mit den Nachbarn ist nahezu vorprogramiert. (Siehe auch "Saatgut und Disteln"). Der eigentliche Nachteil der klassischen Blühfläche ist die fehlende Nachhaltigkeit. Nach 5 Jahren muss die Fläche neu eingesät werden. Hier ist der Saum und v.a. die Wiese im Vorteil.

Aus Rieger und Hofmann, "Entscheidungshilfe für die Mischungsauswahl".